Eine Mitteilung an unsere Kunden zur aktuellen Lieferkettenkrise
23. April 2026
Zum dritten Mal innerhalb eines Jahrzehnts erlebt die Technologiewelt eine „einmal in zehn Jahren“ auftretende Störung der Lieferkette. Zunächst, im Jahr 2021, brachte COVID-19 die globalen Lieferketten durcheinander, indem es zunächst das Angebot einschränkte. Fabriken, die elektronische Systeme herstellen, standen leer. Danach ließ die Pandemie die Nachfrage nach eben diesen Systemen in die Höhe schnellen, um eine neue Arbeitswelt mit Homeoffice und Digital-Delivery zu unterstützen. Daraufhin haben Anfang 2025 die „Liberation Day“-Zölle die Kosten für aus Asien bezogene Elektronik erheblich erhöht. Jetzt, im Jahr 2026, gibt es ein außergewöhnliches Wachstum der Nachfrage nach Halbleiterkomponenten, die den unstillbaren Hunger nach KI befeuern. Die steigende Nachfrage hat die weltweiten Fertigungskapazitäten für Halbleiter bei weitem übertroffen und die Preise für Komponenten auf Rekordhöhen getrieben.
Für Kunden bedeutet dies den stärksten Anstieg der Technologiepreise in der Hightech-Ära. Dies hat alle überrascht, da selbst diejenigen, die nicht in KI investieren, von dieser Technologiepreisinflation betroffen sind. Tatsächlich sind alle Kunden, einschließlich vieler Technologiehersteller, von diesen dramatischen Preissteigerungen betroffen.
Everpure bezieht große Mengen an CPUs, DRAM-Speicher, Flash-Speicherchips und Tausenden anderer Komponenten für die Herstellung unserer Datenspeichersysteme für Unternehmen, Hyperscaler und KI. Aufgrund der eskalierenden Kosten haben wir unsere Preise im letzten Quartal angehoben und müssen dies möglicherweise erneut tun. Im Durchschnitt sind unsere Preise seit Jahresbeginn um etwa 70 Prozent gestiegen.
Dies ist ein enormer Anstieg, wenn man bedenkt, dass unsere Preise auf Terabyte-Basis in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 20 Prozent pro Jahr gesunken waren. Ein Anstieg um 70 Prozent mag unzumutbar erscheinen, bis man die Realität dahinter versteht: Die Beschaffungskosten von Everpure für viele großvolumige Halbleiterkomponenten sind seit Mitte 2025 um 300 bis 900 Prozent (das 4- bis 10-Fache) gestiegen. In einigen Fällen konnten Lieferanten aufgrund der steigenden Nachfrage die zugesagten Mengen nicht liefern, sodass wir alternative Bezugsquellen (zu höheren Preisen) finden mussten, um die versprochenen Liefertermine einzuhalten. Während die Gesamtbeschaffungskosten im dritten Quartal 2025 langsam zu steigen begannen, haben sie sich zwischen Dezember und Januar etwa verdoppelt und sich dann im Februar und März erneut verdoppelt oder verdreifacht.
Dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird leider aus zwei Hauptgründen weitaus länger andauern als die Störungen während der COVID-Pandemie. Erstens verlagern Chiphersteller ihre begrenzten Fertigungskapazitäten auf margenstärkere, KI-bezogene Komponenten. Dies hat zur Folge, dass das Angebot an Chips für andere Verwendungszwecke weiter sinkt und deren Preis dadurch steigt. Zweitens dauert es Jahre und kostet Milliarden von Dollar, neue Fertigungsanlagen zu errichten und voll funktionsfähig zu machen. Da Fertigungsanlagen hochtechnologische Ausrüstung erfordern, steigen auch deren Kosten. Sofern die durch KI geschaffene Nachfrage im nächsten Jahr nicht nachlässt, könnten diese gestiegenen Kosten noch viele Jahre anhalten.
Everpure steht an der Schnittstelle zwischen den Lieferketten der Halbleiterindustrie und den Kunden, die auf unsere Systeme angewiesen sind. Wir erleben sowohl den dramatischen Anstieg und die Verknappung von Halbleiterkomponenten als auch die Frustration unserer Kunden, die sowohl mit Engpässen als auch mit ungeplanten Kostensteigerungen konfrontiert sind. In schwierigen Zeiten zeigt sich der wahre Charakter eines Menschen oder eines Unternehmens. Ich möchte unsere Unternehmensphilosophie und unser Engagement für Sie in dieser Krise ganz klar darlegen.
Trotz steigender Kosten im Dezember und Januar hielt Everpure an den Preisen aus ausstehenden Angeboten gemäß den damals festgelegten Bedingungen von 60 bis 90 Tagen fest. Während dieses Zeitraums waren wir transparent und signalisierten unseren Kunden und Vertriebspartnern, dass in unserem neuen Geschäftsjahr Preiserhöhungen bevorstehen würden. Die erste Preiserhöhung haben wir Anfang Februar umgesetzt und sind dabei zu Fristen von 30 bis 60 Tagen übergegangen. Da die Kosten weiter stiegen, haben wir eine zweite Erhöhung angekündigt und durchgeführt, um unsere Lieferketten und unsere Fähigkeit zur Erfüllung von Kundenaufträgen zu sichern. Wir geben Angebote nun mit einer Gültigkeitsdauer von 30 Tagen ab, da sich die Kosten und die Verfügbarkeit von Komponenten noch schneller ändern.
Wir halten unsere Preiserhöhungen deutlich unter den tatsächlichen Kostensteigerungen in unserer Lieferkette. Dies ist möglich dank mehrerer nachhaltiger Vorteile von Everpure, die uns vom Wettbewerb abheben:
- Auf Einfachheit ausgelegtes Produktdesign: Die Einfachheit im Design unserer Hardwareprodukte reduziert die Gesamtzahl der erforderlichen Komponenten. Ein größerer Teil des Wertes unserer Produkte liegt in unserer Software, bei der es zu keinem nennenswerten Kostenanstieg gekommen ist.
- Integriertes Hardware-Software-Design: Unser Entwicklungsteam nutzt unsere Software, um Lösungen zu ermöglichen, die auf kostengünstigsten Komponenten basieren, ohne dabei Kompromisse bei der Leistung einzugehen.
- Überlegene Datenkomprimierung: Jüngste Fortschritte bei unseren branchenführenden Datenkomprimierungsfunktionen erhöhen die effektiv nutzbare Kapazität und gleichen so den Kostendruck infolge teurerer Rohmaterialien aus.
- Evergreen-Vorteil: Unsere Evergreen-Technologie und -Programme ermöglichen es Kunden, die Kapazität und Leistung ihrer bestehenden Produkte auf Basis ihrer Evergreen-Abonnements kontinuierlich zu verbessern.
- DirectFlash-Technologie: Unsere einzigartige DirectFlash-Technologie ermöglicht es uns, den Flash-Speicher in unseren Systemen wesentlich effizienter zu nutzen.
- Integrität: Wir haben uns entschieden, die Belastungen, die diese Krise unseren Kunden und Partnern verursacht, mitzutragen und unseren Verpflichtungen nachzukommen.
Wir werden aus dieser Krise keinen Profit schlagen. Wir haben dieses Bekenntnis bei unserem Earnings Call im Februar signalisiert. Hierbei haben wir ausdrücklich erklärt, dass wir am unteren Ende unserer langjährigen Bruttomargenspanne für Produkte operieren und diese Kosten teilweise auffangen würden. Wir haben uns entschieden, die Last gemeinsam mit unseren Kunden zu tragen. Zu diesem Zweck verpflichten wir uns zu Transparenz bei unserer Preisgestaltung und zu Beständigkeit in unserem Umgang mit Kunden, Vertriebspartnern und Lieferanten. Wir möchten uns auf dem Markt durch Transparenz, Qualität, kontinuierliche Innovation, Preiswettbewerbsfähigkeit, Geschäftsbedingungen und die Fähigkeit zur Auftragsabwicklung auszeichnen. Unsere Kunden und Partner schätzen Everpure dafür und zollen zunehmend Anerkennung.
Zweifellos werden einige Wettbewerber diese Mitteilung zum Anlass nehmen, um zu behaupten, dass sie von besseren langfristigen Lieferantenverträgen profitieren. Das Verhalten der Branche deutet jedoch auf etwas Anderes hin: Die Preiserhöhungen der Wettbewerber begannen bereits im Dezember, und aktuelle Angebote von Wettbewerbern haben eine Gültigkeitsdauer von einer Woche oder sogar weniger. Everpure pflegt außergewöhnliche Beziehungen zu unseren Partnern in der Lieferkette, die ihresgleichen suchen, und wir schätzen die Zusammenarbeit mit ihnen in dieser Krise sehr.
Geschäft und Vertrauen basieren auf beständigen, langfristigen Beziehungen zu allen Stakeholdern: Kunden, Lieferanten, Vertriebspartnern, Mitarbeitern und Aktionären. Gerade in schwierigen Zeiten sind transparente Kommunikation und fairer Umgang gefragt. Wir bleiben unserem Anspruch treu, ein langfristiger, vertrauenswürdiger Partner zu sein.
Charles Giancarlo
Chairman und CEO von Everpure